Montag, 23. Oktober 2017

Bessere Alternativen zur Amazon VISA Kreditkarte

Wer bei Amazon einkauft, dem ist sicherlich schon mal Werbung für die Amazon VISA Kreditkarte aufgefallen: Es wird mit einem Startguthaben, einem Bonusprogramm und dem Entfall der Jahresgebühr im ersten Jahr geworben.
Ich habe diese Kreditkarte jetzt knapp ein Jahr, allerdings werde ich sie nun kündigen, weil sie sich ab dem zweiten Jahr einfach nicht lohnt. Ich rechne Euch vor warum das so ist und was es für Alternativen gibt...

Mein Kreditkarten-Trio

Die Amazon Kreditkarte: 
Man bekommt bei Amazon pro umgesetzten Euro zwei Punkte, ein Punkt ist ein Cent wert - man bekommt also quasi 2% des Kaufpreises zurück. Für Umsätze außerhalb von Amazon bekommt man pro zwei Euro einen Punkt - also quasi 0,5% zurück. Kaufe ich bei Amazon etwas für 50 Euro, bekomme ich also einen Euro zurück, zahle ich wo anders 50 Euro mit der Karte, bekomme ich 0,25 Euro zurück.
Wenn man so viel wie ich bei Amazon einkauft, dann sind das im Jahr schon mal locker 2000 Euro Umsatz, sprich 40 Euro Erstattung im Jahr!
Allerdings muß man davon noch die Finanzierungsgebühr abziehen: diese beträgt 1,17% im Monat, bzw. 14,04% im Jahr. Hier berechnet man jedoch nicht 14,04% von 2000 Euro, da man ja nicht permanent 2000 Euro Miese hat... Normal steht man am Anfang des Monats bei null Euro und baut die Kreditschulden langsam zum Monatsende auf. Das ist recht schwer zu berechnen, da es immer darauf ankommt wie viel man zu welchem Zeitpunkt ausgibt. Bei mir sind es etwa ein bis zwei Euro pro Monat, also gehen wir von der Mitte aus: 1,50 Euro pro Monat, bzw. ca. 18 Euro Finanzierungsgebühren im Jahr!
Von den erstatteten 40 Euro hat man also quasi nur 22 Euro, wird dann noch die Jahresgebühr (20 Euro ab dem zweiten Jahr) abgezogen, spart man nur noch 2 Euro im Jahr!


Würde man das doppelte umsetzen, also 4000 Euro im Jahr, dann würde man 80 Euro zurück bekommen, etwa 36 Euro Finanzierungsgebühren und 20 Euro Jahresgebühr zahlen - es blieben also 24 Euro übrig. 

Die Payback-Kreditkarte: 
Ich nutze neben der Amazon-Kreditkarte auch die Payback-Kreditkarte von American Express. Diese ist tatsächlich komplett kostenlos: Keine Jahresgebühr, keine Finanzierungsgebühren und das dauerhaft! Und auch hier gibt es ein Startguthaben im Wert von 20 bis 60 Euro dazu.
Hätte ich die 2000 Euro mit der Payback-Kreditkarte umgesetzt, hätte ich dafür zwar nur umgerechnet 10 Euro zurück bekommen, was im Gegensatz zu den 40 Euro von Amazon erst mal wenig erscheint, aber es gehen keine weiteren Gebühren ab! Also steht es am Ende 10 Euro von Payback gegen 2 Euro von Amazon.
Bei doppelten Umsatz würde man bei Payback 20 Euro und bei Amazon 24 Euro zurück bekommen - ab 4000 Euro Jahresumsatz lohnt die Amazon-Kreditkarte also ein wenig mehr als die Payback-Kreditkarte.


Payback-Punkte auszahlen lassen: 
Normal tauscht man die gesammelten Payback-Punkte gegen irgendwelche Prämien, jedoch ist es oft so, daß man für diese Prämien mit den Punkten mehr zahlt, als man für das Produkt auf dem freien Markt bezahlen würde. Zum Beispiel zahlt man zum Beispiel für eine Kaffeemaschine, die normal nur etwa 70 Euro kostet, bei Payback schon mal 9999 Punkte (= 99,99 Euro). Hier würde man 30 Euro verschenken!
Es gibt die Funktion, daß man die Punkte auf sein Bankkonto auszahlen lassen kann. Allerdings ist diese Funktion so gut versteckt, daß man die auf normalen Weg kaum findet. Entweder gibt man im Suchfeld auf der Startseite "Bargeld einlösen" ein, oder man folgt einfach diesem Link.
So bekommt man pro Punkt einen Cent, was dann die beste Ausbeute ist.

Ich habe erst kürzlich eine Auszahlung beantragt

Gut zu wissen: Mit Payback bekommt man neben der Kreditkarte bei vielen Shops Zusatzpunkte und außerdem gibt es oft Sonderaktionen und Coupons für weitere Zusatzpunkte - das macht einen Großteil der Gesamtpunkte aus.

Alternative DKB-Kreditkarte: 
American Express wird leider nicht ganz so häufig akzeptiert wie VISA oder Mastercard. Wer zudem keine Lust auf Payback hat (soll es ja geben), der ist mit der VISA-Kreditkarte von der Deutschen Kreditbank gut bedient. Diese ist bis auf die (recht günstigen) Sollzinsen kostenlos und auch die DKB bietet ein kleines Bonussystem an. Über die DKB habe ich bereits HIER berichtet, nur über das Bonussystem weiß ich nicht ganz so viel, weil ich es nicht aktiv nutze.


Fazit: 
Im ersten Jahr lohnt sich die Amazon-Kreditkarte auf jeden Fall, da sie im ersten Jahr kostenlos ist und man ein Startkapital geschenkt bekommt. Ab dem zweiten Jahr lohnt sich diese jedoch nicht mehr, da greift man besser zur American Express von Payback. Erst ab 4000 Euro Jahresumsatz lohnt die Amazon-Karte mehr als die Payback-Karte. 
Für wen beides nicht in Frage kommt, der ist mit der VISA-Kreditkarte der DKB bestens bedient.